André Spang

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Wie sieht die Schule der Zukunft aus?

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#bildungviernull: Lernen im Digitalen Wandel – das Leitbild NRW

Am 28. September 2016 hat die Landesregierung NRW das Leitbild „Lernen im Digitalen Wandel“ veröffentlicht. Das Besondere daran? NRW ist damit das erste Bundesland, das ein solches Leitbild entwickelt und vorgelegt hat. Und was noch besonders ist: Das Leitbild ist in einem offenen Dialogprozess entstanden, der alle Akteure entlang der gesamten Bildungskette eingebunden hat. Der gesamte Prozess startete mit einer Onlinephase auf einer dafür eingerichteten Plattform. Zusätzlich gab es ein Fachgespräch, zu dem sich die Akteure im Reallife trafen. Darauf folgte ein großer Kongress, zu dem alle Beteiligten zusammen kamen und in Workshops arbeiteten und danach ein weiteres Fachgespräch. Das aus diesem Gesamtprozess entstandene Leitbild wurde im September vom Kabinett verabschiedet und dann veröffentlicht. Hier kannst Du es laden.

Die übergeordneten Ziele sind:

  • Teilhabe am digitalen Leben
  • Bildungsqualität
  • Bildungsgerechtigkeit
  • wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
  • mehr Fachkräfte für den digitalen Wandel.

Feinziele und Handlungsfelder, die im Leitbild definiert werden sind:

  • Erlangen von Medienkompetenz
  • Stärkung der Medienbildung in Aus- und Fortbildung
  • selbstbestimmtes (digitales) Leben
  • digitale Hochschule
  • eLearning
  • digitale LehrLernmittel
  • Verankerung von digitaler Bildung in allen Lehrplänen
  • informatische Grundkenntnisse
  • Umsetzung des MedienpassNRW

Das Leitbild soll sowohl für die beteiligten Ministerien als auch für die handelnden Akteure im Bildungswesen als Orientierung zur Ausgestaltung und Entwicklung konkreter Initiativen dienen.

Darüberhinaus sollen Mittel aus dem Programm #GuteSchule2020 den Ausbau der notwendigen Infrastruktur vorantreiben. Hier geht es konkret um 2 Milliarden (!) Euro für die kommenden 4 Jahre. – Zum Vergleich: Im Programm Digitalpakt#D will der Bund in den kommenden 5 Jahren 5 Milliarden Euro für die Digitalisierung von Schulen bereitstellen.

Ok – trotz der Tatsache, dass ich Pfälzer und lediglich Wahl-NRW-Bewohner bin: Ich bin stolz auf das Leitbild. Natürlich auch ein wenig, weil ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte. Aber vor allem, weil es ein Leitbild ist, das ein Zeichen setzt und Möglichkeiten schafft. Natürlich sagen nun manche, „es ist zu vage formuliert“, oder „ich hätte mir noch dieses oder jenes gewünscht“. Das kann man so sehen. Man kann aber auch sehen, dass es das Leitbild nun gibt und, dass man sich daran orientieren und die Dinge angehen kann. Und da es ein Leitbild ist, lässt es ja auch genau diesen Freiraum, es auszugestalten. Vielleicht verändert sich das Leitbild dann auch, oder wird angepasst? #AlwaysOptimizeARunningLeitbild.

#HorizonReport

Der sogenannte Horizon Report, der jährlich erscheint und Voraussagen macht, wie sich Schule und Lernen unter dem Einfluss von modernen Bildungstechnologien verändert, kann dazu Anreize schaffen, an die Grenzen des Leitbildes zu gehen.

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Quelle: NMC/CoSN Horizon Report 2016 K-12 Edition

 

Und in der Tat sieht man hier einige Überschneidungen und Themen, die es auch im Leitbild „Lernen im Digitalen Wandel“ schon gibt. Auf der anderen Seite sind andere Trends und Entwicklungen, die Horizon voraussagt noch nicht berücksichtigt oder wenigstens angesprochen. Besonderer Augenmerk gilt neuen Lern- und Bildungsorten und Formaten, künstlicher Intelligenz und tragbaren Technologien. Daraus erwachsen Herausforderungen wie der Wandel der Rolle der Lehrenden, die „digitale Gleichberechtigung“ und die Aufgabe unterschiedliche Leistungsniveaus durch personalisiertes Lernen in den Griff zu bekommen.

Tl;Dr: Die Schule der Zukunft

Damit schulische Bildung in Zukunft relevant bleibt, kommen große Herausforderungen auf alle Akteure unserer bestehenden Bildungssysteme und Institutionen zu. Digitale Technologie bietet große Chancen, bestehende Bildungsungerechtigkeit in den Griff zu bekommen und selbstbestimmtes Lernen und Differenzierung zu fördern. Es gilt dazu entsprechende Ressourcen zur Verfügung zu stellen, vor allem aber muss sich die Rolle der Lehrenden ändern und Schule, aber auch alle anderen Institutionen und Akteure entlang der gesamten Bildungskette müssen sich neu denken. Lernräume, wie wir sie heute kennen werden in Zukunft obsolet sein. Makerspaces, virtuelle Technologien, künstliche Intelligenz, online Kurse, kollaboratives Lernen an jedem Ort und zu jeder Zeit werden möglich sein – und das nicht erst in 20 Jahren. Dazu brauchen wir eine digitale Gerechtigkeit, was Geräteausstattung und Versorgung mit schnellem Internet angeht – zentral sind aber vor allem neue didaktische Konzepte, generationenübergreifendes Lernen, ethische Fragen, eine neue Fehlerkultur und der Mut, neue Wege zu gehen. Zentrale Kompetenzen (oder sagen wir Hashtags?) einer vernetzten, digitalen Gesellschaft im Hinblick auf konstruktive Mediennutzung sind:

  • #Kommunikation
  • #Kollaboration
  • #kritisches Denken
  • #Kreativität
  • #Programmierkenntnisse
  • #digitale_soziale_Verantwortung
  • #Augenhöhe
  • #Perspektivwechsel
  • #Fehlerkultur
  • #GrowthMindset

und Neugierde 🙂

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Autor: André Spang

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